MUSEUM

Das Museum Alija Izetbegović: Die Geschichte über Alija – eine Geschichte über Bosnien

In den Jahren, die am schwersten waren für dieses Land, in der Zeit zwischen dem Zerfall der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und den späten Neunzigern, erscheint ein Mann, der zum Symbol für den Kampf für die Freiheit und die Idee Bosnien und Herzegowinas als multiethnischer und Bürgerstaat wurde – Alija Izetbegović.

Sein ganzes Leben sich der Gerechtigkeit und der Demokratie widmend, wurde Alija Izetbegović in den schwersten Zeit zum Symbol des ehrenhaften Kampfes, zum Vertreter des demokratischen Strebens aller Gefährdeten, der endlosen Liebe zu seinem Bosnien und Herzegowina, der Heimat aller deren, die es lieben, schätzen und als ihren Staat anerkennen.

Das Museum „Alija Izetbegović“ wurde genau vier Jahre nach dem Versterben des Präsidenten, am 19. Oktober 2007, eröffnet. In einer alten Festung der Stadt, genauer in den Türmen Ploča und Vratnik` s (Teil der Altstadt Sarajevos) Širokac, entstand, dank der Enthusiasten und Verehrer der Person und des Werks Alija Izetbegovićs, noch ein Denkmal, welches, neben dem Märtyrer-Friedhof „Kovači“, die fortwährende bosnische Geschichte über Leben und Tod und dem Kampf des Guten gegen das Böse erzählt.
 

Die zwei alten Türme, verbunden durch  einen Steinwall, gehören zu der Stadtfestung, die im Jahr 1739 gebaut wurde, nach dem Einmarsch des berüchtigten österreichischen Feldmarschalls Eugen von Savoyen, der Sarajevo in Schutt und Asche legte, indem er über 2.000 verschiedene Gebäude in Brand setzte, über 120 Moscheen zerstörte und dabei die meisten ihrer Imame und Muezzins tötete, und  hilflose Frauen und Kinder malträtierte. Diese alten Steintürme bekamen ein neues Leben, das Leben des Alija Izetbegović. Auch Alija Izetbegović hatte seine „Eugens von Savoyen“, aber, genau wie die Türme, verteidigte er sein Volk und blieb stolz wie sie.

Da die Anforderungen der Gesellschaft und der Besucher gegenüber dem Museum  seit seiner Eröffnung gestiegen sind, wird das Museum „Alija Izetbegović“, das ursprünglich  eröffnet wurde als eines der Dependancen des Museum Sarajevo, durch den Beschluss der Versammlung des Kantons Sarajevo vom 31.12.2009 zu einer eigenständigen Institution dieses Kantons. Dieser Akt eröffnet größere Möglichkeiten für die kulturelle und gesellschaftliche Arbeit dieser Institution.

 

Proaktive Herangehensweise Ansatz des Museums Alija Izetbegović

Neben ihrer ständigen Ausstellung, die Besucher und die Öffentlichkeit Bosnien und Herzegowinas einlädt und anzieht, geht das Museum „Alija Izetbegović“ mit seiner proaktiven Herangehensweise auf die Besucher zu und weckt so ihr Interesse an der Zeit der jüngsten Geschichte Bosnien und Herzegowinas, die von der Person und dem Werk von Alija Izetbegović geprägt wurde.

Entsprechend seinem Programm organisiert das Museum „Alija Izetbegović“ Workshops für Grundschulschülerinnen- und Schüler. Nach einem Rundgang und einem Vortrag, der von einer fachkundigen Person des Museums gehalten wird, vermerken die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke und das erworbene Wissen in bildnerischen und literarischen Arbeiten.

Das Museum fördert, neben der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern,  auch Wissenschafts- und Forschungsarbeiten, Diplomarbeiten von Studentinnen und Studenten sowie Doktorarbeiten von Intellektuellen und Wissenschaftlern.

Das Museum „Alija Izetbegović“ stellt ihnen seine Dienste der ständigen Kommunikation mit dem Museum, seine Bibliothek sowie verschiedene Formen historischer Quellen zur Verfügung und leistet somit seinen Beitrag zur Wahrheit.

Besondere Beachtung gebührt der mobilen Fotoausstellung über das Leben, die Person und das Werk von Alija Izetbegović, die zum ersten Mal 2008 in Istanbul zu sehen war und später in Prishtina sowie in Städten Bosnien und Herzegowinas zu Gast war, den Bildungsinstitutionen so die Möglichkeit bietend zusätzliche Bildungen zu organisieren und so das Interesse der Öffentlichkeit für die Wahrheit des ersten Präsidenten des unabhängigen Bosnien und Herzegowinas zu erwecken.

Die Bedeutung des Museums „Alija Izetbegović“

Das Museum „Alija Izetbegović“ ist das Museum, das einem Zeitgenossen gewidmet ist, der sein Leben und seinen Kampf seiner Heimat und einer besseren Zukunft der Völker, die in ihr leben, gewidmet hat. Dieses Museum ist vor nicht allzu langer Zeit entstanden und es schöpft seine Tatsachen aus einer nicht allzu weit zurückliegenden Vergangenheit. Der Beginn der Recherche und der Geschichtschreibung in diese Richtung steht uns noch bevor. Aus diesem Grund ist seine Rolle noch bedeutungsvoller. Aufgrund der Tatsache, dass es in einer modernen Zeit entstanden ist, gibt das Museum „Alija Izetbegović“ moderne Antworten auf in der Vergangenheit gestellten Fragen, bietet zugleich jedoch auch Fundamente für die Zukunft. Mit seinem objektiven Ansatz regt das Museum junge Menschen, Intellektuelle, Forscher… an, mit fachlichem Wissen an die Geschichtsschreibung heranzugehen – der Geschichtsschreibung, die, dem Leben des Alija Izetbegović nach zu urteilen, nur eine positive Spur hinterlassen kann, wenn sie mit der Wahrheit geschrieben worden ist.

Das Museum „Alija Izetbegović“ befindet sich in den Türmen („kapi-kule“) Ploča und Širokac. Die Symbolik ist eindeutig. Festungen und Burgen sind seit ihrem Anfang das Symbol für Verteidigung und Freiheit und der Märtyrer-Friedhof erinnert uns auch heute noch an den Preis der dafür gezahlt werden musste. Beide Geschichten sind eng mit Alija Izetbegović verwoben. Seine Geschichte hat die jahrhundertelang leer stehenden und alten Steinburgen mit Leben erfüllt und so die Kontinuität Bosnien und Herzegowinas deutlich gemacht. Das Museum „Alija Izetbegović“ dient als Mahnung, aber auch als Botschaft an zukünftige Generationen. Die Botschaft, dass man für alles was Wert ist kämpfen muss, aber auch, dass alles was  Wert ist nicht nur die Angelegenheit eines selbst, sondern die Zukunft aller Generationen ist. Die Botschaft, dass alles was Wert ist trotz allem letztendlich erhalten bleibt und Barbarismus und Unzivilisiertheit überdauert. Die Botschaft, dass alles was Wert ist gerecht sein muss, sogar auf Kosten der eigenen Freiheit und des eigenen Lebens. Die Botschaft, dass Bosnien und Herzegowina immer sein wird.

 

Die folgenden Institutionen und Personen haben die Entstehung des Museums „Alija Izetbegović“ möglich gemacht:
(Informationen aus der Zeit der Organisation und  der Arbeit am Museum)

Das Projekt der Renovierung des Objekts:
Das Projektteam der Kantonalen Anstalt zum Schutz des kulturgeschichtlichen und natürlichen Erbes:
Mag. Nermina Mujezinović, Dipl.- Ing. Architektur 
Prof. Dr. Zlatko Langof, Dipl.- Ing. Bauwesen
Senad Hadžibegović, Dipl.-Ing. Elektrotechnik
Selim Čaušević, m.t.

Interieur-Projekt:
Mag .Nihad Babović, Dipl.-Ing. Architektur

Autor der Ausstellung
Museum Sarajevo:
Amra Madžarević, Leitende Museumskuratorin
Nedžad Čmajčanin, Design

Mitarbeiter  der Ausstellung:
General Fikret Muslimović
General Nedžad Ajnadžić

Lektor:
Prof. Dr. Džemaludin Latić

Übersetzung der Tafel ins Englische
Senada Kreso, Literatur- und Konferenzübersetzerin
Saba Risaluddin,

Museumsrat:
Denis Zvizdić
Samir Silajdžić
Emir Hadžihafizbegović
Bakir Izetbegović
Mustafa Resić
Prof. Dr. Džemaludin Latić
Amor Mašović
Smail Čekić
Mevlida Serdarević
Amra Madžarević
Adnan Muftarević
Ibrahim Hadžibajrić

Die Bauunternehmer
Klesar GmbH Hadžići
Ramaglas GmbH Sarajevo
Čip sistemi GmbH Sarajevo
Stil GmbH Sarajevo

DER INVESTOR:  Fonds der Gedenkstätte Kovači